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...für Macher aus der Wirtschaft






Von einer Zusammenarbeit, die in einer Freundschaft mündete und den Focus auf gesundheitspolitische Belange lenkte...

...zum Beginn der Sepsis-Kampagne des Aktionsbündnisses Patientensicherheit am 16.2.2021

Ohne Blick auf die Uhr und noch viel weniger mit Blick auf die benutzte Telefonnummer rief uns Prof. Ulrich Supprian in unseren Büros an. Es kam vor, dass er schon an der Telefonzentrale ersten Wortschwall ablud, nicht verstehend, dass ich dort nicht höchstpersönlich in diesem Augenblick auf exakt diesen seinen Anruf gewartet hatte. „Maurice, Maurice, wie soll ich das machen?! Geben Sie mir einmal Ihre Sekretärin, vielleicht kann die es ja! Verflixt, das muss doch klappen!“… waren oft die Anfangsworte, in deren Folge sogleich die Damen im Sekretariat auf „Durchwahl 25“ schalteten und damit mir den Kampf mit dem „bockigen Professor“ überließen. Wild und unfreundlich startete er seine gut 1-2 Anrufe am Tag in unser Unternehmen, gütig und sanftmütig endeten die meist kurzen Gespräche. 

Ich habe mehrere Jahre die Ehre und das Vergnügen gehabt, Prof. Ulrich Supprian zum Freund und Gesprächspartner zu haben. In dieser Zeit wollte er mir noch zu gerne das Segeln auf der Eider beibringen, mir, dem wasserscheuen Angsthasen, ein Unterfangen, das vorhersehbar scheitern musste. Andere Projekte aber haben wir mit viel Elan hinbekommen und so entstanden eine Reihe von Wissenschaftsvorträgen und Publikationen, die über den Tod des zuweilen kauzigen, geistig Tag und Nacht hellwachen und schier unerschöpflich wissbegierigen Prof. Ulrich Supprian Bestand haben werden und noch dazu gültige Wissenschaftsstandard bleiben.

Unvergesslich bleiben die wiederkehrend gleichen Szenen: Supprian in seinem gewaltigen Arbeitszimmer, versteckt hinter Stapeln von Büchern, freundlich dreinblickend bei der Begrüßung, kam immer flink, später am Rollator um die Ecke, herum um seinen Konzertflügel an den Tisch an den Fenstern mit Blick auf die Eider. Und immer gleich der Ablauf: seine Frau brachte Tee und Gebäck und ließ uns dann alleine. Beeindruckende Stunden, während derer ich viel gelernt habe…

Die nachstehenden Titel und viele weitere Themenvorträge sind entstanden:









Prof. Ulrich Supprian, Jahrgang 1931, starb im Mai 2013 an der Folgen  eines Krankenhauskeimes. Diese ganz außerordentliche Begebenheit, dass ein solch grandioser Denker am Ende seiner Tage einem Krankenhauskeim erlag, war nicht unwesentlich der Beginn eines Interesses an gesundheitspolitischen Themen. Umso mehr begrüße und unterstütze ich heute, im Jahre 2021, die Bemühungen um eine breite Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Sepsis...

 
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